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Die Ausstellung „Indianer – Ureinwohner Nordamerikas“ auf Schloss Schallaburg zeigt bis 19. Oktober, dass Indianer mehr sind als Märchengestalten, die in Tipis wohnen, Pfeile schießen und Friedenspfeife rauchen. Leihgaben bedeutender Museen lassen auf Schloss Schallaburg die Welt der Indianer plastisch und authentisch auferstehen und zeigen, dass sich hinter dem Mythos „Indianer“ eine große kulturelle Vielfalt verbirgt. Die Ureinwohner Nordamerikas sprechen hunderte verschiedene Sprachen und haben zahlreiche Lebensweisen entwickelt. Verbunden ist die indigene Bevölkerung nur durch ihr Schicksal: Durch die Ankunft der Europäer in Nordamerika und das damit verbundene Eindringen in ihre Lebensweisen. Anfangs profitierten die meisten Indianer noch vom Handel mit den Europäern und vom gegenseitigen Wissenstransfer: So kannten die Indianer vor dem Erstkontakt weder Eisen noch Pferd sowie die Europäer weder Tabak noch Ahornsirup.
Durch den Austausch von Waren, besonders durch den Pelzhandel, kamen Indianer wie Europäer nicht nur zu begehrten Gütern, sondern es entstanden auch enge Beziehungen zwischen den Handelspartnern, aus denen sich in Kanada sogar eine neue Bevölkerungsgruppe, die Métis, entwickelte.
Mit den Europäern kam nicht nur der Handel sondern auch Krankheiten und Alkohol, oftmals wurde der indigenen Bevölkerung gewaltsam das Land entrissen. Der Konflikt um das Territorium betraf alle indigenen Völker des Kontinents und nach 500 Jahren sind nur noch kleinste Teile des alten indigenen Besitzstands vorhanden. In der Landrechtsdiskussion spiegeln sich bis heute Fragen der Souveränität und der Identität wieder. Die koloniale Erschließung Nordamerikas griff nicht nur in die Lebensweisen der indianischen Bevölkerung radikal ein, sondern verringerte auch ihre Anzahl stark. Trotzdem haben die „Indianer" überlebt und konnten ihre kulturelle Vielfalt bewahren. Heute gibt es in den USA und Kanada wahrscheinlich genau so viele „Indianer“ wie 1492, als Christoph Columbus Amerika entdeckte.
>> Wo: Renaissanceschloss Schallaburg, 3382 Schallaburg
>> Wann: bis 19. Oktober 2008
>> Näheres unter: www.schallaburg.at